Haupt InnenräumeIm Fokus: Michael Armitages Bild afrikanischer Gewalt, das den Finger zurück auf die westliche Welt richtet

Im Fokus: Michael Armitages Bild afrikanischer Gewalt, das den Finger zurück auf die westliche Welt richtet

Bildnachweis: Michael Armitage, The Flaying of Marsyas, 2017. © Michael Armitage. Foto © White Cube (Ben Westoby). Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und White Cube.

Michael Armitages The Flaying of Marsyas ist das Herzstück seiner Ausstellung in Südlondon. Lilias Wigan untersucht es im Detail.

Michael Armitage, Die Enthäutung von Marsyas, 2017. © Michael Armitage. Foto © White Cube (Ben Westoby). Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und White Cube.

Michael Armitage wurde 1984 geboren und wuchs in Kenia auf. Er verbrachte seine Zeit zwischen Ostafrika und London, wo er an der Slade School und der Royal Academy School studierte. Seine Einzelausstellung in der South London Gallery (geöffnet bis zum 23. Februar 2018) mit dem treffenden Titel "The Chapel" verlangt nach intensiver Betrachtung.

Das "Altarbild" der Ausstellung, " Die Enthäutung von Marsyas" (2017), basiert auf der griechischen Mythologie. Es bezieht sich direkter auf Tizians Komposition der westlichen Erzählung aus dem 16. Jahrhundert, in der der Satyr Marysas lebendig gehäutet wird, während er an einem Baum hängt, und den Apollo zu einem musikalischen Wettbewerb herausgefordert hat. Hier wird das Opfer Marsyas horizontal an einen Ast gehisst - wie eine Opfergabe. Sein Kopf schlingert qualvoll zurück.

Das Ausgangsmaterial dieser Ausstellung ist vielfältig und verteilt sich auf Populärkultur, Kunstgeschichte, Nachrichtenkanäle und soziale Ungleichheit sowie kulturelle und politische Konflikte. Armitage bearbeitet mehrere Leinwände gleichzeitig, oft über einen Zeitraum von ein paar Jahren. Seine Leinwand ist irdisch und in afrikanischen Bildern verwurzelt.

In jedem dieser Gemälde spachtelt er die herkömmliche Leinwand und verwendet getrocknete Rinde des ugandischen Lubugobaums. Über den Rahmen gespannt, bildet es eine Landschaft aus natürlichen Einstichen und Rissen.

„Dies ist eine universelle Gewalt, für die die Verantwortung global ist. Die Menschheit ist unerschöpflich in der Lage, ungerechten Schmerz zuzufügen. “

Dieses Gelände hat einen gewissen Widerstand gegen die erdigen Töne seiner Farbe. Die Abschnitte wurden grob wieder zusammengenäht, was auf brutale Weise darauf hindeutet, dass ein Chirurg Fleisch näht. Die mysteriöse zentrale Figur der Flayer entstammt einer Figur in Armitages eigener Dokumentation über das Enthäuten von Rinden (traditioneller Zweck sind Grabtücher und zeremonielle Kleidung). Es spielen Kräfte des Lebens und des Todes eine Rolle.

Armitages Farbpalette ist zweifellos bezaubernd und die Komplexität seiner Komposition erfordert eine genaue Prüfung. Eine dünn aufgetragene, lumineszierende Grundfarbe leuchtet vom rohen Fleisch des Opfers; markant gemusterte Kleidung lenkt unser Auge ab; das tropfende Blut ist irgendwie sinnlich. Ein Hund leckt verführerisch eine Blutlache, während ein anderer gespannt auf die fallende Haut reagiert.

Aber unser Blick wird von Gewalt und Komplikation unterbrochen. Eine Frau rechts hockt konfrontativ; Sie erinnert uns an eine Prostituierte in Picassos kontroversen Les Demoiselles d'Avignon, deren Gesicht direkt einer afrikanischen Maske nachempfunden war. Durch die Verflechtung kontinentübergreifender Referenzen bildet Armitage seine eigene zeitgenössische, globalisierte und hybride Szene. Er kann Bilder von "afrikanischer Gewalt" zur Schau stellen, aber indem er sie in diese europäische Erzählung einfügt, zeigt er mit dem Finger zurück auf die westliche Welt. Dies ist eine universelle Gewalt, für die die Verantwortung global ist. Die Menschheit ist unerschöpflich in der Lage, ungerechten Schmerz zuzufügen.

Die Einzelausstellung von Michael Armitage, 'The Chapel', ist bis zum 23. Februar 2018 in der South London Gallery zu sehen. Der Eintritt ist frei . Darüber hinaus hat die National Galleries of Scotland in Edinburgh gerade erworben (durch eine Spende) die erste Arbeit von Armitage in einer britischen Institution. Derzeit ist es in der Ausstellung der Scottish National Gallery of Modern Art zu sehen.


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